Fox Glacier

2 Naechte an einem Ort, das bedeutet einen ganzen Tag ohne zusammenpacken und weiterfahren. Auch mal ganz nett! Wir hatten schon in der ein oder anderen Information die Flyer gesehen. Helikopterfluege ueber die Gletscherlandschaft… In Fox Glacier angekommen fragen wir beim Einchecken im Motel mal nach. Tipp: morgen frueh um 07:00 aufstehen, nach dem Wetter gucken und dann spontan entscheiden. *Wenn*, dann ist das Wetter frueh morgens klar und ein Flug lohnt sich. Also klingelte heute morgen um 06:45 der Wecker und wir haben den Vorhang gespannt zurueckgezogen. Wo gestern noch nur Wolken zu sein schienen, standen heute ploetzlich Berge, und zwar sehr schoene. Kurze Fruehstuecksvorbereitungen, duschen, ab zur Rezeption und nach einem Flug fragen. Erstaunen dort, dass wir tatsaechlich schon um 07:15 auf der Matte stehen und fliegen wollen. Ein bisschen Telefoniererei und wir sind auf einen Flug um 08:00 ueber den Fox und Franz Josef Gletscher gebucht. Schade um das eingeweichte Muesli, aber um viertel vor kommt uns ein Bus abholen.

Die Abflugstelle ist nicht mehr als ein Kiesplatz vor einem kleinen weissen Holzhaus, die Neuseelaender (natuerlich) mal wieder unheimlich nett und entspannt. Wir wollen schon einsteigen, da ruft der Pilot den Busfahrer des kleinen Vans zu sich. Leider hat er vergessen zu tanken und der Tank hier auf dem Hof ist auch leer. Er fragt mal beim Nachbarn. Sagts und entschwindet mit dem Hubi auf die andere Strassenseite. Wir zurueck in den Van, ueber die Strasse und zu unserem Hubschrauber, der gerade aus einer eher abenteuerlichen Konstruktion mit JetFuel betankt wird. Wir sind nur zu dritt in einem Heli fuer max 6 Gaeste und haben entsprechend Platz. Gatzi darf diesmal nach vorne und der andere Fluggast und ich haben jeweils ein grosses Seitenfenster fuer uns. Los geht’s und hinauf in das Gletschertal. Am unteren Ende ist hier die etwas skurile Kombination aus Regenwald zu bewundern, der direkt bis an den Gletscher heranwaechst. Farn-Baueme ueber hellblauem Eis.

Weiter oben leuchtet der Schnee in der Morgensonne und die hohen Gipfel reihen sich in Postkartenmanier am Horizont auf. Nach einer Weile sind wir auf dem Schneefeld, das den Gletscher speist und der Heli kommt dem Schnee immer naeher. Haetten wir nur mal den Prospekt richtig gelesen – unser Flug enthaelt auch einen kurzen Spaziergang oben auf dem Plateau. Unser Pilot laesst also die Kufen vorsichtig in den Schnee sinken und wir huepfen hinaus. Ein paar Schritte im ueberfrorenen Schnee, Erinnerungsfotos vor dem Heli und ein paar Minuten den Ausblick geniessen, dann geht’s weiter. Sehr sympatisch: der Pilot weist uns darauf hin, dass er Fotos mit seiner Kamera machen kann und man uns die dann unten im Buero fuer NZD 20,- verkaufen wuerde. Da wir aber Kameras dabeihaben, nimmt er einfach diese und fotografiert uns damit. Das waere billiger und schliesslich haetten wir die Apparate ja dafuer dabei.

Ueber einen Grat geht es auf die Seite des Franz Josef Gletschers. Wir folgen dem imposanten Eisfluss ins Tal, eifrig fotografierend und ein paar kleine Videosequenzen mitfilmend. Unten im Tal angekommen geht’s in einem weiten Bogen ueber die gruene Ebene zurueck Richtung Fox Glacier und Landeplatz. Super, das hat sich gelohnt und schon als wir zum Bezahlen im Ort ankommen, zieht sich ein truebes Wolkenband vor die Berge. Alles richtig gemacht :)

Zurueck zum Motel und endlich Fruehstueck auf der kleinen Terrasse vor dem Zimmer. Tagesplanung. Wir wollen noch einen angeblich sehr schoenen 1,5h Spaziergang um einen See machen, die Kueste sehen und ich mir dort die Reste einer Goldgraeber-Maschinerie anschauen. Alles liegt in Richtung Kueste, was aktuell bedeutet Richtung Sonnenschein. Der See ist sehr nett, wir finden zufaellig an einer Stelle einen praktisch zahmen Aal im Wasser (Bild) und staunen ueber die Groesse der NZ-Aale.

Am Meer ist es dann 100% Sommer. Ordentlich Wind, 25° C und schoenster Sonnenschein. Bloss einschmieren und dann auf einem Weg durch die dichte Vegetation auf den Duenen in Richtung Goldgraeberreste. 1932 bis 1945 hat hier eine Unternehmung mehr oder minder erfolgreich versucht, Goldsand aus den Duenen zu gewinnen. Scheinbar ist das Gebiet ordentlich durchsetzt damit, denn noch heute gibt es an der Kueste Versuche, das Gold zu gewinnen. Die alte Stelle jedenfalls hat die Natur in den letzten 60 Jahen erfolgreich zurueckerobert, leider rostet die gesamte Anlage in einem kleinen Tuempel vor sich hin. Auf dem Rueckweg geht’s am (recht wilden) Strand entlang. Waehrend ueberall grosse und kleine Holzstuecke und Staemme herumliegen, faellt auf, dass wir auf dem ganzen Weg zurueck nicht ein Stueck Plastik oder sonstigen Muell finden. Wie sehr sieht ein daenischer (oder deutscher) Nordseestrand dagegen nach Muellkippe aus, wenn mal ein paar Tage nichts entfernt wurde!

Zurueck ins Motel, Abendplanung und Vorbereitungen fuer morgen. Das war’s fuer heute.

Bilder:

Und die Route inkl. des Heli-Trips:

Elevation Profile

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2 Responses to Fox Glacier

  1. Nils E. says:

    Habt ihr mal so einen Aal abgezogen und verzehrt?

  2. Markus says:

    Nee, ich hab’ die Viecher aber auf dem Hollyford-Track gefuettert. Mit Resten des Rinderfilets in roher Form. Ziemlich beeindruckend, denn die ca. 15 Tiere waren je gut 1,20 – 1,50m lang und Oberarm-dick.