Gegen halb acht geht der Wecker und es scheint tatsaechlich ein wenig Sonne in Fox Glacier. Fuer eine knappe Viertelstunde erhaschen wir einen Blick auf Mt Cook und seinen Nachbarn, dann ziehen sich die Wolken wieder zu. Mt Cook (3.755m) ist der hoechste Berg Neuseelands und Australiens und wir haben schon bei Ankunft hier festgestellt, dass ein Blick auf ihn fuer jeden Neuseelaender wichtig zu sein scheint. Programmpunkt abgehakt, wir haben ihn gesehen und koennen dies bei Abreise auch dem Portier bestaetigen, der gleich danach fragt. Heute geht es ein ordentliches Stueck die Kueste hinauf, vorbei an allerhand kleinen Zwischenstopps. Leider ist das Wetter wechselhaft und die Wolken sinken immer tiefer die Berge hinab.
Unser erster Stop ist in Okarito, einem winzigen, verschlafenen Nest, in dem ein kleiner Rundweg in 3h ueber Strand und Kuestenwald fuehren soll. Leider ist Flut, was den Weg am Fuss der Steilklippen unpassierbar macht. Wir entscheiden uns fuer einen schoenen Strandspaziergang bis es wieder anfaengt zu regnen und fliehen dann in eines der vielen kleinen Cafes, von denen es eines sogar in Okarito gibt. Die Kaffekultur hier in NZ ist uebrigens sehr interessant und unheimlich gemuetlich. Immer wieder stehen an der Strasse mehr der weniger unprofessionelle, selbstgebaute Schilder mit “Cafe” drauf und es verbirgt sich nicht selten ein alter Schuppen, eine Garage oder eine umgebaute Tankstelle dahinter. Den einzelnen Locations ist gemeinsam, dass sie innen idR urgemuetlich sind mit alten Sofas, Zeitschriften und Musik. Egal wie klein der Laden ist, steht jedoch eine professionelle, riesige italienische Kaffemaschine auf dem Tresen. Der Kaffe dauert traditionell gut 10min, ist dafuer dann jedoch ungemein lecker und immer mit einer persoenlichen Note. “Cafe Latte” ist damit immer etwas anderes. Sehr spannend fuer meinen Starbucks gewoehnten Gaumen. Unnoetig zu sagen, dass die Betreiber stets freundlich, hilfsbereit und neugierig sind, wo man denn herkommt.
Nach dem Stop im Cafe geht es weiter gen Norden, in Hari Hari wollen wir den Marsch durch den Regenwald nachholen. Es sieht dort aehnlich aus wie auf dem Hollyford Track und zudem faengt es auf dem Rueckweg auch hier an zu regnen. Ab nach Hokitika, einer Ansiedlung mit mehr als 3 Strassen und einer Einkaufsstrasse – wie irritierend. Wir schauen trotzdem in einem der Jade-Laeden vorbei und bestaunen die Produktion der vielen kleinen Anhaenger, Ohrringe etc. Die Westkueste ist auf dieser Hoehe eine Hochburg des Abbaus von gruener Jade, die schon zu Maori-Zeiten eine grosse Bedeutung hatte und heute noch eine grosse Schmuckindustrie am Leben haelt.
Unser heutiges Ziel ist ein ungewoehliches Haus ueber den Baeumen des Regenwaldes. In der Naehe der sog. Pancake Rocks hat sich ein Schweizer Eherpaar vor 2 Jahren relativ spontan ein B&B gekauft und betreibt es jetzt wie sie sagen “fuer ein paar Jahre”. Das Haus ist erhoeht gebaut, so dass der Wohn- und Schlafbereich ueber den Gipfeln der (niedrigen) Kuestenvegetation liegt und man einen wunderschoenen Blick auf’s Meer geniessen kann. Die Aussicht waehrt jedoch nicht lang, denn die Regenwolken haben uns verfolgt und es beginnt schon wieder zu troepfeln. Vor Einbruch der Dunkelheit besuchen wir noch den kleinen, wilden Strand unterhalb des Hauses und warten vergeblich auf die dort gelegentlich auftauchenden Pinguine. Bei dem Wetter wirken die direkt in der Nachbarschaft liegenden Pancake Rocks auch nicht so richtig. Um das Wetter ein bisschen zu kaschieren, gibt’s nur ein s/w Bild ohne Himmel. Das ist aber ganz ok, oder?
In der Nacht dann stuermt und regnet es so heftig, dass wir unseren Plan fuer den kommenden Tag ueberdenken sollten…
Ein paar Bilder:
Und unsere Route:





