Unser heutiges B&B liegt kurz vor Nelson, einer Art Stadt an der Nordkueste. Unser Weg in die Weinregion fuehrt direkt hindurch, so dass wir beschliessen, es uns wenigstens einmal anzuschauen. Gatzi laeuft seit gestern mit komischen kleinen Pusteln an den Armen durch die Gegend, die trotz aller Sandflies definitiv keine Stiche sind. Vielleicht ist’s das Obst, die Sonne, das Kayakfahren gestern, das Waschmittel etc etc. Jedenfalls nervt’s und fuer eine Apotheke ist Nelson genau die richtige Location.
Ich sollte an dieser Stelle vermutlich die Schoenheit der Stadt loben, aber ehrlich gesagt ist Nelson hauptsaechlich eine weitere Anhaeufung kleiner Western-artig anmutender Haeuschen mit vielen netten Leuten und gruenen Baeumen. Nicht schlecht, aber fuer die Staedte kommt man wohl eher nicht hier ins Land. Wir schlendern auf der Suche nach einer Apotheke durch die Einkaufsstrassen und finden tatsaechlich eine. Rote Flecken vorgezeigt, viel(!) Mitleid geernetet und eine kleine Packung Tabletten bekommen – kostenlos, die hatte sie noch zum Test. Kurzes Innehalten seitens der Verkauferin… noch eine Packung kommt ueber die Theke: “so reicht’s bis nach Weihnachten – alles Gute und schoene Feier”. Keinen Cent bezahlt, noch ein Glas Wasser fuer die erste Tablette bekommen und 10min spaeter waren wir wieder draussen. Einfach super, wie schoen unkompliziert hier alles laeuft.
Auf dem Weg nach Blenheim waehlen wir die kleinere Strasse an den Marlborough Sounds entlang. Das Gebiet “rechts oben” an der Suedinsel ist deutlich groesser als es auf den ersten Blick wirkt und auf der gewundenen Kuestenstrasse bekommen wir einen Eindruck, dass es sich hierbei wohl um ein fantastisches Gebiet fuer Segler handeln muss. Lauter kleine Inseln und breite Wasserstrassen dazwischen. Unsere Kuestenstrasse endet in Picton, von woaus wir in 2 Tagen auf die Nordinsel starten werden. Alles sehr uebersichtlich und wenn wir es nicht besser wuessten, kaemen wir nicht auf die Idee, dass dieses Dorf die Haupt-Faehrverbindung zwischen den beiden Inseln darstellt.
20km weiter sind wir in Blenheim und werden schon frueh von schier endlosen Reihen Reben begruesst. Die gesamte Ebene rund um die Siedlung ist voll mit Weinfeldern (nicht Bergen, denn hier steht praktisch alles im flachen Land). Unser B&B ist ein grosses Holzhaus aus der Zeit um 1900, das von einem schweizerischen Ehepaar betrieben wird. Es gibt einen “Hauswein” zur Begruessung – jedes Jahr produzieren die beiden rd. 500 Flaschen Chardonnay Wein aus dem eigenen Weinfeld und trinken diesen mit ihren Gaesten.
Wein ist natuerlich hier das Hauptthema, schliesslich begluecken die Neuseelaender die ganze Welt mit Wein aus diesem Landstrich. Wie aber bekommen wir einen guten Ueberblick in nur einem Tag morgen? Es gibt massenweise Verkostungen, aber uns geht es nicht primaer darum, moeglichst viel Wein in kurzer Zeit zu trinken. Heidi schlaegt eine Tour mit einem Guide vor. Die Gruppen sind sehr klein und man verbringt den ganzen Tag irgendwo im Weingebiet und erfaehrt viel ueber das Gebiet. Hoert sich prima an, das machen wir morgen.
Hier noch die Strecke:
Hallo ihr zwei, ich lese eure Berichte fast jeden Tag. Schoen, dass das Wetter es endlich gut mit euch meint. Von den Eindruecken, die ihr so anschaulich beschreibt, koennt ihr viele Jahre zehren, also geniesst die Zeit.
Guten Rutsch und alles Gute für 2010.
Monika und Dietmar