Auf nach Ohakune

Ein Stau! Am 26.12. sind wir wohl nicht die einzigen, die aus Wellington raus wollen. Deshalb stehen wir uns auf unserem Weg nach Norden erst einmal 1,5 Stunden durch die ersten Kilometer. Dabei haben wir ausreichend Zeit, die Ansiedlungen auf dem Weg zu begutachten. Nicht wirklich huebsch erinnern sie an typische amerikanische Staedte am Highway. Einfache, einstoeckige Bretterhaeuser, ueberladen mit Werbeschildern und nur unterbrochen von grossen freien Flaechen mit Supermaerkten, Baumaerkten und Malls.

Nach einer Weile geht’s dann deutlich fluessiger voran und die Gegend wird zunehmend laendlicher. Wir lassen uns von dem Auf und Ab ueber die Grashuegel einlullen, bis ploetzlich hinter einer Kurve ein riesiger Vulkankegel am Horizont zu sehen ist. Um mal eine Herr der Ringe Analogie zu verwenden, wirkt das, als wuerde der Schicksalsberg direkt hinter dem Auenland aufragen. (…und ganz so weit weg von der Wirklichkeit ist das hier ja bekanntlich nicht!) Mount Ruapehu ist tatsaechlich der Schicksalsberg aus den Ring Filmen und erhebt sich mit schneebedeckter Spitze 2.797m aus der Landschaft empor. Wir haben’s nun nicht mehr weit bis zum Zielort, der direkt suedlich des Vulkans liegt.

Ohakune entpuppt sich als lustige Imitation eines alpinen Schneeorts, allerdings wirkt es leicht ausgestorben. Unser B&B liegt 10min ausserhalb mit direktem Blick auf den Berg (siehe Abendaufnahme), aber leider weit weg von potentiellen Essenlocations. Unsere Host versichert uns, das im Dorf min 1 oder 2 Bars/Kneipen offen haben sollten – trotz 1. Weihnachtsfeiertag. 20min cruisen durch Downtown belehren uns eines besseren und wie schon so einige Wagen zuvor stranden wir bei einem kleinen Kiosk, der bereits voellig ausverkauft ist. Aus einem Regal, das jedem Ostblock-Supermarkt alle Ehre machen wuerde, fischen wir noch 2 Asia Nudelsnacks und futtern die auf unserer Lodgia am B&B mit Ausblick auf den leuchtenden Berg im Abendrot.

Der Grund, weshalb wir hier 2 Naechte bleiben, ist der beruehmte Tongariro Crossing. Ein 1-Tagesmarsch ueber einen kleineren Gipfel im Vulkangebiet und ueber die Lavafelder davor. Leider koennen die Shuttle-Dienste heute abend noch nicht sagen, ob der Track morgen geoeffnet ist. Heisst fuer uns frueh aufstehen und Daumen druecken, ob es morgen klappt. Wir hatten schon gehoert, dass man Glueck haben muss fuer die Tour.

Und die Strecke:

Elevation Profile

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