Hinter’s Rondane

Schon wieder Frühstück im Auto. Christiane holt die Butter draussen vom Tisch rein und siehe da: der Rauhreif auf der Tupperdose ist eine erstaunlich dicke Eisschicht – was die Frage beantwortet, ob es in der Nacht wohl unter Null hatte.

Heute wollen wir mal wieder ein bisschen fahren. Nicht unbedingt weit, aber durch schöne Landschaft und so wenig wie möglich auf den Nationalstraßen. Im Vergleich zu Schweden ist hier in Norwegen recht viel Verkehr; in der Nacht fuhren immer wieder LKW’s am Campingplatz vorbei und von kilometerweit allein kann keine Rede sein.

Nach der bewährten “Topo-Karte zu Route” Technik haben wir eine Strecke von Alvdal bis südlich von Folldal gesucht, die uns über das Alvdal Vestfjell führen soll. Anfangs ist die Schotterpiste noch recht gut ausgebaut, aber nach einer Weile hören die privaten Hütten auf und wir arbeiten uns langsam aber stetig über das rd. 900m hohe Plateau. Von hier aus haben wir bei wolkenlosem Himmel einen traumhaften Blick auf die Berggipfel des Rondane Gebirges und die dahinter liegenden eisigen Gipfel des Dovrefjell. Überhaupt sind die Berspitzen über Nacht noch ein ganzes Stück schöner geworden. Alles über rd. 1.100 Metern trägt einen weisse Kappe aus frischem Schnee – Vorboten des nicht mehr allzu fernen Winters.

Auf unserem Weg kommen wir durch unterschiedlichstes Gelände. Mal fahren wir über Almen mit kargem Gras, mal durch dichte Kiefernwälder. Kurios ist ein Abschnitt, in dem der Boden komplett von hell grün-gelbem Moos bedeckt ist und nur alle 5-10m mal ein Baum steht. Ein genaues Hinsehen offenbart: das Moos ist das Zeug, das bei Modelleisenbahnen die Büsche & Bäume imitiert. Ganze Stapel hölzerneer Steigen an vielen Bäumen lassen und vermuten, dass die weichen grünen Büschel hier sogar professionell geerntet werden. Unsere Vestfjell-Querung endet kurioser Weise in einer Art Sägewerk. Für den leicht verwundert schauenden Bewohner kamen wir wohl etwas unerwartet über den Hof gefahren. Wir grüßen freundlich und man winkt uns – alles gut. Hätten wir nicht bei Einfahrt in diese Strecke für unser Auto 50 Kronen bezahlt, wir hätten uns niemals getraut, über solche Wege durch den Wald zu fahren. Wer sich für den (genauen) Track interessiert frage gerne an, allerdings raten wir zu etwas mehr Bodenfreiheit in ein paar Passagen.

Die anschließende Querung des Rondane Gebirgszugs ist deutlich weniger spannend, der Weg zu gut ausgebaut für normale PKW. Als Trost werden wir mit tollen Ausblicken auf die Berge belohnt und bei einer ausgedehnten Rast am Fuße der Grimsdalshytta beschließen wir, die Fahrerei an diesem schönen (und rel. warmem) Tag in Dombaas enden zu lassen und den Nachmittag im Freien zu geniessen. Nach 2 Tagen mit späten udn eisigen Ankünften auf den Plätzen tut es gut, in der warmen Sonne zu dösen. Morgen geht es an den Jostedalsbreen – so zumindest der aktuelle Plan.

Elevation Profile

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2 Responses to Hinter’s Rondane

  1. Daniel Seehof says:

    Hallo ihr 3!

    Viele Grüße nach Norwegen, sensationelle Berichte, tolle Bilder – weiterhin schönen Urlaub!

    Daniel

  2. Monika says:

    Hallo, ihr Norwegen-Fahrer, eure Berichte erwarten wir mit Spannung und freuen uns ueber die schoenen Bilder. Euer Auto hat sich sicher schon in Vergnuegen ausgezahlt, solche Touren sind mit einem Normalen PKW nicht zu machen. Und ihr habt vermutlich keine Muecken, die in den Bergen im Sommer besonders gross und angriffslustig sind. Wenn jetzt noch die Herbstfaerbung einsetzt, gibt es weitere tolle Motive.
    Weiterhin gute Fahrt – moni