Es gibt noch eine frühere Fähre am Samstag Morgen. Warum sonst fährt gegen sechs ein deutscher Reisebus quasi durch unser Schlafzimmer? Das hilft nicht, Christiane’s Hass gegen maßlose deutsche Angler zu mindern, aber wenigstens fängt der Tag früh an. Zum Abschied regnet es dann noch heftig, so dass unsere Markise noch einmal zum Einsatz kommt und wir beschließen, statt des faulen Tags auf dem Campingplatz einen Tag in den Cafes von Kristiansand zu verbringen. Autos reisefertig gemacht und schon fahren wir die 20km zurück in die Stadt. Es gießt aus Eimern und der Wind bläst ordentlich dazu. Zum Glück finden wir eine kleine Shopping-Mall in der Nähe des Parkplatzes, in der wir die 3 Stunden bis zum Einchecken verbringen. Stefan und ich im Baumarkt im Keller und Christiane bei den Klamotten. Erfolge: endlich ein Außenthermometer für den Dicken und Gummistiefel + Jeans für Christiane.
Eine SMS verlängert dann unseren Aufenthalt noch ein bisschen – die Fähre hat Verspätung. Also später boarden und dann nur mit halber Kraft über’s Meer. Der Katamaran hüpft, knarrt und rollt ordentlich und wir entschließen uns, die Zeit an Deck zu verbringen. Zu viele gelbliche Gesichter in den Aufenthaltsräumen. Statt 17:15 sind wir dann 19:30 endlich in Hirtshals und fahren an dem Abend noch bis nach Hamburg zu Freunden, um am Sonntag nur noch 500km nach Hause zu haben.
Das Kurzfazit des Urlaubs lautet: “war super!”
Die Langfassung:
- Schweden will ich noch einmal weiter nördlich sehen. In unseren Regionen sind noch zu viele Sommerhäuser, die bevorzugt dort stehen, wo man sich Einsamkeit vorstellen will.
- Das Gebiet vom Femund bis zum Rondane ist eine tolle Gegend. Für mich die Entdeckung des Urlaubs und sicher noch einmal eine Reise wert.
- Fjordnorwegen ist ein Klassiker. Ich behaupte mal, dass sich niemand der Faszination der Szenerie entziehen kann, aber es ist sehr “linear”. Keine Seitenstraßen, wenig Kleinigkeiten, die es zufällig zu entdecken gibt. Daher war dies der zweite und für eine Weile mein letzter Besuch dort.
- Südnorwegen haben wir zum ersten Mal gesehen und fanden es wenig spektakulär. Im Vergleich zu allen anderen Regionen voll, touristisch und dabei nicht ansatzweise so schön wie die Fjorde. Wir würden wohl das nächste Mal wenn dann von Bergen über Nacht nach Hirtshals fahren statt den Weg durch den Süden zu nehmen.
- Die Jahreszeit war bei unserem Wetter ideal. Deutlich weniger Betrieb, die Campingplätze teilweilse schon in Schließung begriffen und keine großen Reisegruppen mehr unterwegs. Insbesondere auf Öland, am Siljan-See und im Süden möchten wir uns nicht vorstellen, was im Sommer auf den Plätzen los gewesen ist….
- Der Dicke, unser Defender, hat sich super geschlagen. Es war unsere erste Reise mit dem Auto und wir haben festgestellt, dass uns die Art zu Reisen einen riesen Spaß macht. Camping mit einem “normalen” Auto und trotzdem ohne allabendliche Suche nach dem perfekten Platz für das Bodenzelt ermöglicht Standorte, die sonst nicht möglich wären.
Hier noch einmal die gesamte Route und allerletzte Bilder.
Danke für’s Lesen und die netten Kommentare.
Oh, fast vergessen! Zu der Schilderfrage: wir wissen’s auch nicht. Aber mit weiterem Blickfeld als auf dem ersten Bild würden wir zu der Variante “nicht den Abhang hinunter pusten lassen” tendieren. Wir schreiben mal die Betreiber an und fragen. Falls jemals eine Antwort kommt, posten wir die hier noch.
- Schild + Umgebung



