Au revoir u Paradisu. Heute geht’s nach zwei Nächten auf dem schönen Campingplatz die Piste zurück Richtung Asphalt und dann gen Norden. Auf der Karte haben wir einen Abzweig von der normalen Piste gefunden, der auch fahrbar sein könnte. Er biegt vom Einstieg der Paradisu-Piste kommende nach ca. 1/3 des Weges gen Osten ab. Laut der IGN Topo-Karte führt er über ein Gehöft in einem Bogen ebenfalls zur Nationalstrasse, so wie auch die normale Piste nach Paradisu.
Wir finden den Einstieg auf dem Rückweg und schauen und die ersten gut 500m zu Fuss an. An sich ziemlich gut zu fahren, aber offensichtlich sehr selten von Autos benutzt. Die Sträucher zwischen den Fahrspuren sind schon zu hoch bewachsen. Frische Reifenspuren gibt es, allerdings sind es bei näherem Hinsehen Motorrad-Reifen. Wenn die die Piste verwenden aber keine einzige Wagenspur zu sehen ist, dann wird es vielleicht weiter hinten zu eng für uns. Wir entscheiden uns gegen das Experiment und nehmen dannn doch die “Autobahn” aus der “Desert des Agriates”.
Was folgt, sind gefühlte 1.000 Kurven auf der Küstenstrasse nach Norden. Die Ausblicke sind spektakulär, aber diese Art von Strasse ist nicht ideal für unseren Dicken. Dutzende von Motorradfahrern mit wechselndem Wahnsinnslevel überholen uns oder bewerben sich als Kühlerfigur in den Kurven. Warum nur kann man sich nicht in der Mitte seines Fahrstreifens in die Kurve legen? Wir fahren die Kurven extra ordentlich und trotzdem müssen wiederholt Motorräder in Kurvenlage ihren Radius korrigieren, um nicht an unserem Kotflügel hängen zu bleiben. Die Faszination dieser Fahrweise bleibt mir nach wie vor verschlossen.
Insgesamt ist es uns hier oben zu voll. Ganze Reisebusse und riesen Wohnmobile auf der Fahrbahn, die Dörfer laut, heiss und touristisch und praktisch keine Möglichkeit, der einen Küstenstrasse zu entkommen.
Endpunkt der Kurverei ist der Campingplatz Isuletto an der westlichen Küste kurz vor dem Cap. Schön gelegen, in der Nacht sehr ruhig und mit (Stand 2011) sehr neu gebauten Sanitäranlagen. Abendlicher Besuch am Strand (nicht sehr hüsch; Geröll statt Sand), Sonnenuntergang vor Riesen-Motoryacht, korsischer Rotwein und ab ins Bett. Morgen geht’s spätestens um 11h zur Fähre und dann nach Hause.


