Ein Fahrtag

Sonne, Regen, Sonne, tröpfeln, Sonne. Nicht ideal zum Einpacken, aber besser als Dauerregen. Gegen halb acht sind wir heute Morgen wach und hören immer wieder die Regentropfen auf dem Dach. Statt “umdrehen und weiterschlafen” entscheiden wir uns für schnelles Einpacken und Frühstück auf der Strecke.

Wenn wir Öland mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten schon nicht gerecht werden, wollen wir uns wenigstens die Nordspitze mit ihren Leuchtturm anschauen. Trotz langer Fahrstrecke heute und trotz Regenschauern. Am Nordende angekommen werden wir unmittelbar für den Entschluß belohnt. Auf einer Landspitze direkt am Meer scheint die Sonne, der Wind trocknet unser Klappdach und wir frühstücken mückenfrei im Windschatten der Autos. Der Leuchtturm verfügt über eine ganze Reihe von Häusern um in herum, die einmal die Besatzung des Turmes beherbergt haben. Heute ist es ein verwunschenes Areal leicht verfallener Häuser, die von alten, knorrigen Bäumen eingerahmt werden. Wir lassen uns von der frischen Brise ordentlich durchpusten und machen uns auf den Weg.

Das Navi bekommt als Ziel zunächst Norrköping gefüttert. Das sind schon >400km und wir wollen einmal schauen, wie schnell wir vorankommen. Grobes Etappenziel für heute ist Mora im Siljan-See. Die Fahrt verläuft wie in Schweden zu erwarten völlig probplemlos. Mit konstanten 90-100 km/h rollen wir bei wechselhaftem Wetter gen Norden. Als bemerkenswerte Ereignisse während der Fahrt sind zu nennen:

- in Norköping fahren alte Braunschweiger Strassenbahnen
- Der Rastplatz bei Tindered am Ommen-See (57°58’44.13″N; 16°28’59.85″E) ist wie aus dem Bilderbuch. Das Haus steht – von der Strasse so nicht sichtbar – direkt an einem See und wir futtern hausgemachte Pfannkuchen mit Sahne und Erdbeermarmelade.
- der Sonnenuntergang verwöhnt uns mit einem orange, rosa, hellblau Feuerwerk samt aufsteigendem Nebel
- Am Strassenrand steht auf einem Hügel vor dem Abendhimmel ein Elch. Das ist fast zuviel Kitsch.

Mora wird es an diesem Tag nicht ganz werden, das sehen wir gegen 19:30h ein, als die Lust auf Weiterfahren abnimmt und wir einen Blick auf die Karte werfen. Der Kompromis heisst Vansbro und hat sogar einen Campingplatz eingezeichnet. Rund 100km weniger Fahrt als nach Mora und Ankunftszeit gegen 21:30h hört sich für uns sehr vielversprechend an. Leider ist Vansbro nach kurzer Durchfahrt eine Industriestadt, der Campingplatz mit Schranken verschlossen und die rauchenden Industrieschlote laden auch nicht zum Verweilen ein, ergo: ein schöner wilder Platz muss her. Wir lassen uns von den Navis zu einem kleinen See im Norden der Stadt lotsen und finden bei N60 36.594 E14 18.204 einen tollen Platz. Kein Wohnhaus in der unmittelbaren Nähe, ein Stück weg von der Strasse und direkt am See. Was im Sommer jemandem als Basislager für Bootsausflüge zu dienen scheint ist nun unser Nachtlager. Schnell einen grossen Topf Nudel mit Tomatensosse und ab ins warme Bett; dass wir ein gutes Stück nördlicher sind, sagt auch das Thermometer: nur noch 7°, in der Nacht angesagt sind 2°.

Wo sind wir lang gefahren? Hier:

Elevation Profile

Und ein paar Impressionen der Fahrt:

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