Die letzte Nacht war eisig. Als wir heute Morgen aus den Schlafsäcken kriechen, sind es knapp über Null Grad, dazu weht ein scheidender Wind. Wir beschließen, einmal unser Auto auf Frühstücks-Tauglichkeit zu Dritt zu prüfen und futtern Müsli & Co. windgeschützt bei eingeschalteter Standheizung.
Unser Standplatz diese Nacht am Femund-See hat eine wunderbare Aussicht auf die Berge am anderen See-Ufer. Die Gegend ist sicherlich ein Wanderparadies, wenn man hierfür ein paar Tage einplant. Im Gegensatz zum Rondane Gebirge stehen hier noch Wälder auf den Hügeln, die Berge sind für norwegische Verhältnisse mit rd. 800-1.000 Metern schon ordentlich hoch und bieten tolle Aussichten auf zahlreiche Formationen bis zum Horizont. Wir packen recht schnell unsere sieben Sachen und sind verhältnismäßig früh auf dem Weg Richtung Südende des Sees nach Femundsenden. Auf der Schotterpiste dorthin zeigt ein Wegweiser den Abstecher zu dem kleinen Nationalpark am Gutulisjöen an. Wir biegen ab und finden uns an einem See wieder, der an seinem Ufer einen schönen Wanderweg durch die lichten Nadelwälder der Gegend bietet. In gut 2 Sunden statten wir einer restaurierten Alm am Südende des Sees einen Besuch ab und geniessen die Sonnenstrahlen und die Windstille im Wald. Auch hier ist der Waldboden dicht bedeckt mit Preiselbeeren und Blaubeeren. Hätten wir nicht noch eine ganze Tüte davon im Auto, würden wir glatt erneut zuschlagen.
Nach dem kleinen Ausflug geht es weiter gen Westen. In Tynset füllen wir unsere Vorräte auf und Christiane ersteht ein Einmachglas für die Preiselbeeren. Unser ursprünglicher Plan war, heute noch einen Abstecher ins Rondane zu machen, aber das ist und zu gehetzt und wor bechliessen, östlich davon einen Campingplatz zu suchen. Auf der Fahrt dorthin fällt uns in der Nähe von Alvdal ein imposanter Bergrücken auf. Laut Karte geht dort eine als schwierig und steil gekennzeichnete Straße bis auf die Spitze. Nach der verkürzten Tagesplanung ein schönes Event am Abend! Der Tron, so der Name des 1665m hohen Berges, liegt mit der Spitze in den Wolken, die Falken sind lange Geröllhänge mit teilweise hüttengrossen Brocken. Dank Untersetzung zieht unser Auto uns auf nasser Steinpiste treu 1.100m in die Höhe und wir geniessen die Aussicht auf dem Weg nach oben. Unter dunklen Regenwolken haben wir in klarer Luft einen unglaublichen Fernblick über die Gebirgsketten der ganzen Region. Die Aussicht ist dahin, als wir kurz vor der Spitze in Wolken eintauchen und das Auto sich tapfer durch einen recht tief verschneiten Weg die letzten Meter nach oben kämpft. Der Gipfel ist so unwirtlich wie der Berg bisher, nur dass hier gefühlte -5° herrschen. Wir machen in paar Schneebilder im Sommerurlaub, Stefan fährt sich beinahe in einer Schneewehe fest und dann machen wir uns an den Abstieg, um noch ein paar Fotos zu schießen. Wer in der Ecke vorbeikommt: die 50 Kronen für den Privatweg lohnen sich bei entsprechendem Wetter auf alle Fälle, toller Ausflug!
Im Tal angekommen suchen wir uns den nächstgelegenen Campingplatz und Christiane beginnt eine kleine Kochorgie. Heute gibt es zwar “nur” Nudeln mit Tomatensoße, aber zum Nachtisch zusätzlich Pfannkuchen und den Preiselbeeren geht es heute ebenfalls noch an den Kragen – dem Einmachglas sei Dank. Fazit für heute: wenig Strecke gemacht, aber 2 tolle Ausflüge, ein gelungener Tag!










